Gärtnern in der Permakultur – 11 hilfreiche und ökologische Tipps aus der Permakultur zum nachmachen

Permakultur: ökologisch gärtnern – In 11 Schritten zu mehr Obst und Gemüse

Was ist eine Permakultur?

Die Ökologie, also die Lehre vom Haushalt ist eine Unterdisziplin der Biologie.

Sie beschreibt die Beziehung von Lebewesen untereinander, sowie zu ihrer Lebensumwelt. Die Ökologie untersucht, wie die Lebewesen in einem Ökosystem in Wechselwirkung zueinander stehen und wie sie die Umwelt (Klima, Boden, Wasser und Luft) beeinflussen.

Inzwischen wird der Begriff „ökologisch“ oft in der Form verwendet, dass er die gesunde Produktion von Lebensmitteln meint. „Ökologisch“ und „biologisch“ liegen somit in der Verwendung vieler Menschen nah beieinander. Ernst Haeckel und Charles Darwin gelten als die ersten Wissenschaftler, die sich über die Ökologie Gedanken machten und diese wissenschaftliche Disziplin ins Leben riefen.

Warum Permakultur? Wie gärtnere ich ökologisch?

Ökologisch sein Garten zu führen und einen Permagarten anzulegen, ist eine spannende Vorstellung. Es bedeutet, dass man sich

1.) Gedanken darüber macht, wie Pflanzen aufeinander wirken, oder welche positiven Beziehungen zwischen Pflanzen, Tieren und ihrer Umwelt entstehen können.

Wie fange ich mit der Permakultur an?

Dies ist ganz einfach. Grundsätzlich brauchst du nur einen Kompost und ein Beet. Dies sind die zwei Gegenpole in deinem Garten, die den ersten Kreislauf darstellen. Mit der Zeit nimmst du immer mehr Faktoren wie Obstbäume, -sträucher und Unterschlupfmöglichketen für Insekten zur Bestäubung dazu.

Welche Gemüsesorten passen zusammen?

Pflanzen können in positiven wechselseitigen Beziehung zueinanderstehen.

So empfiehlt es sich
2.) z.B. Möhren zwischen Zwiebeln zu pflanzen, da hierdurch der Schädlingsbefall reduziert wird.
Gurken passen z.B. zu Bohnen oder Erbsen. Ob verschiedene Gemüsesorten eine „gute“ oder „schlechte“ Nachbarn sind hängt von dem jeweiligen Bedarf an Nähstoffen/ Stickstoff etc. ab. Die Fruchtfolge besagt, dass man nicht immer das selbe Gemüse auf der gleichen Stelle anpflanzen soll, da der Boden sonst einseitig ausgezehrt wird. In dem man allerdings den Boden im späten Herbst düngt, kann ein Mangel im Boden bereits wieder wett gemacht werden.

Kreisläufe in der Permakultur

Tiere fressen Pflanzen, Pflanzen profitieren vom Dung der Tiere. Beide Arten profitieren somit voneinander, sind aber auch voneinander abhängig.

In der freien Natur hat alles seinen Nutzen, seine Nische und wirkt aufeinander. In einem ökologisch geführten Garten oder einer ökologisch geführten Landwirtschaft, schaut man sich die für uns hilfreichen Prozesse aus der Natur ab und imitiert sie.

Man sollte sich als ökologischer Gärtner stets Gedanken darüber machen, welche positiven Wechselwirkungen man in seinem Garten erzielen kann und welches Lebewesen im Idealfall, von den Abfallprodukten eines anderen, profitieren kann.

Insekten im Permakultur-Garten

3.) Auch das Anlocken von Nützlingen ist für ökologisch denkende Gärtner sehr interessant. So können nicht nur entsprechend nektarhaltige und gut duftende Pflanzen sowie Insektenhotels aufgestellt werden, um Insekten für die Bestäubung von Obst und Gemüsepflanzen anzulocken, sondern es können auch Maßnahmen für Winterunterschlupfmöglichkeiten, wie Laubhaufen und Benjeshecken, erstellt werden, die z.B. Igel anlocken. Die Igel sollen dann im darauffolgenden Jahr wiederum, die nicht unerheblich vielen Schnecken im Gemüsegarten vernichten. Marienkäfer und Florfliegen helfen gegen Blattläuse. Es empfiehlt sich, diese Arten bei der Verbreitung im Garten zu unterstützen und entsprechende Unterschlupfmöglichkeiten zu bieten.

Einfache Wege, wie das Absammeln von Raupen und Schnecken, können die Pflanzen natürlich ebenfalls schützen und es ist kein Einsatz von Kunstdünger und Herbiziden erforderlich.

Wie behandele ich den Boden in der Permakultur? 

4.) Bei der Bodenbearbeitung und Bodenvorbereitung reicht oftmals das Mulchen, die Durchführung einer Gründüngung und die Gabe von Kompost aus. Ein zusätzlicher Einsatz von weiterem Bio-Dünger ist meist nicht erforderlich. Ein Wechsel in der Fruchtfolge und der Einsatz von Mischkulturen, reichen somit für ein ideales Pflanzenwachstum aus. Angesetzte Jauchen aus Brennnesseln helfen z.B. gegen Blattläuse.

Der Einsatz von Giften ist in der ökologischen Landwirtschaft ohnehin nicht vorgesehen.

Der richtige Boden und der richtige Standort für die Pflanzen, hilft grundsätzlich schon einmal, die Gesundheit zu stärken. Hierdurch sind die Pflanzen von vornherein bereits nicht so anfällig für Krankheiten und Schädlingsbefall.

Wie oft muss ich gießen?

5.) Die Frage, ob man an einem bestimmten Sommerabend wirklich noch gießen muss, oder ob es nachher sowieso noch regnet, ist eine grundsätzliche Frage, die man sich stellen sollte. Auch kann man sich darüber Gedanken machen, ob es vielleicht sinnvoll wäre, die Gemüsebeete um die Pflanzen herum mit Rasenschnitt zu mulchen, da dieser die Feuchtigkeit am Boden hält und somit der Wasserverbrauch reduziert werden kann.

Der Kompost – gärtnern mit Naturdünger

Ein ganz elementarer Bestandteil für das ökologische Gärtnern und die Permakultur ist der eigene Kompost. Auf dem Kompost entsorgt man alle Grünabfälle wie Rasenschnitt, Blätter, Zweige, kleine Äste, Grünabfälle aus der Küche, Laub, Tiermist etc.

Wenn ein Kompost zu feucht ist und zu schimmeln beginnt, befinden sich zu viele feuchte Bestandteile in ihm und er ist nicht gut genug durchlüftet.

7.) In diesem Fall fügt man ihm gehäckselte Zweige, Stroh oder ähnliches hinzu und gräbt ihn um. Sollte er andererseits zu trocken sein und hierdurch der Verrottungsprozess nicht richtig in Gang kommen, so fügt man ihm feuchte Bestandteile wie z.B. Rasenschnitt hinzu. Ein Kompost kann in diesem Fall auch mit Regenwasser bewässert werden. Man sollte seinen Kompost regelmäßig umgraben, damit die verschiedenen Schichten gut durchmischt werden und der Verrottungsprozess beschleunigt wird.

Es gibt die heiße und die kalte Phase des Kompostierens. Im Inneren des Komposts entstehen bei der Verrottung hohe Temperaturen. In der heißen Phase beginnt der Verrottungsprozess bei bis zu 60 Grad. In der darauffolgenden kälteren Phase, verarbeiten Mikroorganismen und Kleinstlebewesen wie Würmer, Pilze etc. die pflanzlichen Abfälle und wandeln diese um.

Dieser Kompost bildet die Basis für neues Wachstum und Leben. Bringe den Kompost im Herbst oder im zeitigen Frühjahr aus, um die Beete für die nächste Wachstumsperiode im Frühling vorzubereiten.

8.) Es sollte bei der Bodenaufbereitung kein Torf verwendet werden, da dieser ausschließlich aus Mooren stammt, die durch den Torfabbau in den letzten Jahrzehnten nahezu trockengelegt wurden. Moore stellen Feuchtbiotope mit einer großen Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen dar.

Gießen mit Regenwasser

9.) Es sollte selbstverständlich sein, dass man zur Gartenbewässerung nicht auf Leitungswasser zurückgreift. Nicht nur dass dieses Geld kostet, Leitungswasser stellt eine bedeutende Ressource für unsere Zukunft dar und sollte gespart werden.

Regenwasser hat den Vorteil, dass es weich ist, nicht gechlort wurde und kostenlos zur Verfügung steht. Man kann versickertes Regenwasser nicht nur aus dem Gartenbrunnen beziehen, wenn man einen hat, sondern es in Regenwassertonnen oder anderen Behältnissen auffangen. Auch in großen Erdtanks kann es gesammelt werden. Das Wasser steht einem praktischer Weise dann zur Verfügung, wenn man es benötigt.

Alte Obst Gemüse und Nutztierrassen

Alte heimische Obst-, Gemüse- und Nutztierrassen sorgen für den Erhalt eines breiten Genpools und passen hervorragend in die Struktur unserer ökologischen Permakultur-Gärten.

Weil diese alten Arten und Rassen ursprünglich auch aus unseren Regionen stammen, haben sie keine Anpassungsschwierigkeiten wie die von weit her importierten Arten. Heimische Tier- und Pflanzenarten verfügen oftmals sogar bereits über Abwehrmechanismen gegen Krankheiten etc. und kommen verständlicherweise mit den vor Ort verfügbaren Nahrungs- und Klimabedingungen, gut zurecht. Sie füllen ihre ökologische Nische aus und stellen eins der entsprechenden Puzzleteile im Lebensraum dar.

Ein weiterer Punkt, der für die Arterhaltung von bedrohten Obst-, Gemüse und Nutztierrassen spricht, ist der, dass sich viele dieser Arten auf der „roten Liste“ befinden und somit stark vom Aussterben bedroht sind.

10.) Man sollte diese Obst- und Gemüsesorten anbauen oder diese Nutztierrassen halten, um den Artenschutz zu unterstützen.

Ökologisches Bewusstsein und Nachhaltigkeit

11.) Je stärker die Umwelt belastet wird, desto mehr macht es Sinn, sich mit der Ökologie zu beschäftigen. Wir müssen uns bewusst werden, dass jedes Produkt, das wir kaufen, ob eine Jeans, ein Schnitzel, eine Urlaubsreise, ein Liter Milch, ein Auto oder eine Wollmütze, gewisse Ressourcen benötigte und verbrauchte, um hergestellt zu werden.

Die Frage ist, ob wir dieses Produkt wirklich brauchen und ob die hierfür verwendeten Ressourcen wirklich im Verhältnis hierzu stehen? Wir müssen uns von dem reinen konsumieren entfernen und hin zu einer bewussten Verbrauchs-Entscheidung.

Werde dir über Nachhaltigkeit und der Bedeutung von Wechselbeziehungen im Ökosystem bewusst und fange einfach an, zu gärtnern und Tiere zu halten. Selbst wenn am Anfang vielleicht noch nicht alles so gut klappt, wie du es dir vorstellst, wirst du mit der Zeit viele Erfahrungen sammeln und immer besser werden.

Wenn du auch noch ein paar Tipps zum ökologischen und nachhaltigem gärtnern oder der Permakultur hast, freuen wir uns auf deine Kommentare unter diesem Artikel.

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